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Weiterbildung neben dem Beruf

Lust auf mehr? Dank des gut organisierten beruflichen Bildungssystems ist Weiterbildung nebenberuflich umsetzbar und lässt sich darüber hinaus auch gut finanzieren – von Möglichkeiten und Grenzen der Weiterbildung.

Nebenberufliche Weiterbildung im Fokus

Weiterbildung bezeichnet ein Konzept für den beruflichen Aufstieg durch das Erlernen von Fachkompetenzen - das Ziel: neue Aufgaben, besseres Gehalt und weitere berufliche und private Verbesserungen. Moderne Konzepte ermöglichen nebenberufliche Weiterbildung, die nach einer Ausbildung Vertiefungen ermöglicht und für Führungs- und Managementaufgaben vergleichbar mit Bachelor- und Master-Niveau qualifiziert.

Das System der Weiterbildungen in Deutschland setzt sich aus allen Möglichkeiten zusammen, mit denen Sie während einer bestehenden Tätigkeit Fachwissen und Kompetenzen erlernen, die für Ihre Karriere und den beruflichen Aufstieg nützlich sind.

Aufstieg ist durch berufliche Bildung nach Berufsbildungsgesetz in Form beruflicher Weiterbildungen und durch akademische Bildung in Form eines Studiums umsetzbar. Der Fokus für Personen, die mit beiden Beinen im Berufsleben stehen, liegt dabei häufig auf berufsbegleitenden Weiterbildungskursen zur Vorbereitung auf die Prüfung der IHK und anderer Kammern.

Chancen eröffnen und nutzen – Wie kann ich mich weiterbilden?

Wie lange muss man arbeiten, um ein Meister zu sein oder sich für den verwandten Fachwirt qualifizieren zu können? Die Voraussetzung für eine Teilnahme an einer Weiterbildung auf der ersten Stufe sind bereits mit dem Bestehen der Ausbildung und einer etwa sechsmonatigen bis einjährigen Berufspraxis gesammelt.

Die Weiterbildung ermöglicht einen stufenweise Aufstieg, der im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) und etwa äquivalent im Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) abgebildet wird. Dabei erfolgt der Aufstieg auf verschiedenen Niveaus.

Abschluss | Niveau auf DQR und EQR

Ausbildung | Niveau 4 oder 5 des DQR

Fortbildung I Fachwirt und (Industrie-)Meister | Niveau 6 des DQR (vergleichbar mit Bachelor)

Fortbildung II (Technischer) Betriebswirt | Niveau 7 des DQR (vergleichbar mit Master)

Mit dem erfolgreichen Erwerb der Ausbildung auf vorheriger Stufe, qualifizieren Sie sich in der Regel automatisch für eine Weiterbildung auf der nächsten Stufe. Das ist auch möglich, wenn eine Ausbildung auf Stufe 4 eingeordnet wird.

Weiterbildung und Fortbildung – Unterschiede und Erfolgsaussichten

Häufig werden die Begriffe Weiterbildung und Fortbildung einheitlich verwendet. Wichtige Unterschiede bestehen zwischen der Aufstiegsfortbildung / Weiterbildung und der Anpassungsweiterbildung.

Wie kann man sich weiterbilden?

Eine Anpassungsweiterbildung eignet sich für das Erlernen neuer Techniken, die zum aktuellen Berufsbild gehören. Meist erfolgt dies, um auf den aktuellen Stand zu gelangen und Aussichten auf einen Job zu verbessern – beispielsweise nach längerer Arbeitslosigkeit.

Die Aufstiegsweiterbildung zielt auf die Aneignung neuer Kompetenzen für den beruflichen Aufstieg ab. In Seminaren erfolgt die Vorbereitung auf Prüfungen, beispielsweise der IHK, HWK und anderer, in der die Fachkompetenzen bewiesen und der neue Bildungsstatus mit Urkunde bestätigt wird. 

Inhalte für das Ausüben der neuen Tätigkeit werden vermittelt und so auch der Erfolg im neuen beruflichen Abschnitt gesichert. Seminare zur Vorbereitung sind optional, doch verbessern die Chancen stark, die schweren Prüfungen erfolgreich zu meistern.

Als Aufstiegsweiterbildungen gelten neben beruflichen Bildungsmaßnahmen auch akademische Studiengänge.

Ablauf Weiterbildung neben dem Beruf

  • informieren Sie sich zu Möglichkeiten in Ihrem Beruf – beispielsweise über die Internetplattform berufenet der Bundesagentur für Arbeit oder bei der Industrie und Handelskammer
  • wählen Sie ein Seminar im Modus nebenberufliche Weiterbildung
  • bewerben sich für die Förderung (z. B. Aufstiegs-BAföG)
  • bereiten sich im Kurs auf die Prüfung vor, gehen weiter in Vollzeit Ihrer Beschäftigung nach
  • nehmen an der Prüfung (z. B. der IHK) teil

Vorteile Weiterbildung neben dem Beruf

Die Wahl der Vorbereitungskurse oder Seminare ist frei. Grundlegend sollten allerdings Angebote gewählt werden, die durch eine Förderung wie das Aufstiegs-BAföG unterstützt werden. Eine Förderung erfolgt für Seminare in Vollzeit und in Teilzeit – also berufsbegleitende oder nebenberufliche Weiterbildung.

Nebenberufliche Weiterbildung bzw. nebenberufliche Seminare finden an Wochenenden statt und lassen gut in Alltag und bestehende Verpflichtungen integrieren. Das ununterbrochene Arbeitsverhältnis zeigt sich praktikabel, wenn es nicht zu Lohnausfällen kommen und die erlernten Inhalte parallel am Arbeitsplatz nachvollzogen werden sollen.

Nebenberufliche Weiterbildung dürfte auch im Sinn der meisten Arbeitgeber sein – kommunizieren Sie Ihre Weiterbildungspläne mit Ihren Vorgesetzten – oft gibt es Perspektiven im eigenen Unternehmen.

Ausbildung nebenberuflich nur ein Ausnahmefall

Eine klassische duale Ausbildung erfolgt in Vollzeit. Als nebenberufliche Ausbildung werden einige Modelle der Umschulung bezeichnet, wenn diese in berufsbegleitender Teilzeit stattfinden. Diese haben im Vergleich zu einer nebenberuflichen Weiterbildung die berufliche Neuorientierung als Ziel. Eine Weiterbildung neben dem Beruf erfolgt dagegen mit der Absicht, Wissen anzueignen, das mit Beruf und Berufsfeld verbunden ist bzw. darauf aufbaut.

Flexible Weiterbildung: nebenberuflich zum Aufstieg

In vielen Lebenssituationen ist es nur schwer vorstellbar, auf Beruf und Einkommen zu verzichten. Wenn Förderungen nicht die gesamten Kosten abdecken, ist es kaum vorstellbar, ein Vollzeitmodell zu nutzen. Flexible nebenberufliche Weiterbildungen ermöglichen es, die Teilnahme an Kursen und Prüfung besser in den beruflichen Alltag zu integrieren und die Maßnahmen zu finanzieren.

Eine Aufstiegsfortbildung eignet sich, um wichtige Fachkompetenzen für den Aufstieg und den Beruf zu erlernen. Bedenken Sie allerdings, dass diese allein nicht reichen – eine gute Karriereplanung und passende Perspektiven und eine gute Stellung im Unternehmen oder auf dem Arbeitsmarkt sind wichtige Voraussetzungen für den Erfolg.