Magazin

Wie wird man eine Führungskraft?

Führungskräfte übernehmen mehr Verantwortungen, delegieren Aufgaben an Mitarbeiter und betreuen die Umsetzung von Projekten. Dabei sind Vorgaben der Geschäftsleitung, Bedürfnisse der Angestellten und Erfolg wichtige Anforderungen, die von guten Führungskräften in Einklang gebracht werden.

Führungskräfte bringen wichtige Basisqualifikationen mit, so müssen sie Ihren Beruf beherrschen, motivieren, vermitteln und eben Mitarbeitern führen. Nicht jeder ist für eine Rolle in der Führungsposition gemacht. Und schlechte Führungskräfte kosten Unternehmen mehrere Milliarden Euro.

Mit genug Motivation und dem Willen, sich individuell zu verbessern, können die nötigen Skills und beruflichen Qualifikationen auf dem Weg zur Führungskraft erlernt werden. Das funktioniert beispielsweise mit einer Aufstiegsfortbildung auf dem DQR 6 Niveau, dem des Berufsbachelors.

Wer wird Führungskraft?

Die Hälfte der Führungskräfte ist über 40, ein Drittel sogar über 50 Jahre alt. Auch hinkt die Chancengleichheit in Deutschland noch enorm: Nur etwa jede dritte Führungskraft ist von einer Frau besetzt - in 19 EU-Ländern ist der Frauenanteil größer. Bei jungen Führungskräften liegt der Anteil der Frauen bei fast 40 %.

In Zukunft werden die Chancen für alle angehenden Führungskräfte besser. Denn der Fachkräftemangel macht nicht vor Führungskräften halt. Für die Generation Y spielt die Karriere als Führungskraft immer weniger eine Rolle. 

So strebten nur 13 %  von 4000 Befragten laut Studie der Boston Consulting Group eine Karriere als Führungskraft an. Schließlich ist der Beruf nicht einfach: Laut Bertelsmann-Studie fühlen sich etwa 30 % der Führungskräfte unsicher und zweifeln an sich - 21 Prozent glauben sogar, Ansprüchen nicht gerecht zu werden.

Was zeichnet eine Führungskraft aus?

Ein Blick in die Statistiken zeigt, dass ungeeignete Führungskräfte nicht nur ein Problem für die eigene Motivation bedeuten: So kosteten schlechte Führungskräfte die deutsche Wirtschaft laut Gallup-Studie von 2017 105 Milliarden € im Jahr.

70 % der Angestellten gaben an, nur Dienst nach Vorschrift zu machen. Wie lange Mitarbeiter produktiv arbeiten und überhaupt im Unternehmen bleiben, hängt laut der Studie viel vom Führungsstil ab. Dabei muss eine gute Führungskraft mehr können, als die Mitarbeiter zu motivieren. Die Zeiten der harten Schleifer, egomanen Borderlinern und militärischer Führungsstils sind vor allem in modernen Unternehmen vorbei.

Grundlegend vereinen Führungskräfte Hard Skills - also detailliertes Wissen über Branche, Beruf und über Abläufe im Unternehmen mit Social Skills wie der Motivation von Mitarbeitern, einer gewissen Überzeugungsleistung und eben dem Führungspotenzial, einen oder mehrere Mitarbeiter bei der Arbeit zu lenken. Im Zentrum natürlich der messbare Erfolg und das Feedback der Angestellten über die Führungskraft.

Anforderungen der Vorgesetzten an Führungskräfte

Führungskräfte übernehmen mehr Verantwortung und qualifizierte Fachaufgaben in Unternehmen. Die Aufgabe der Führungskräfte ist es, innerhalb der Unternehmenshierarchie Vorgaben und erhalten und diese unter Anweisung von Angestellten umzusetzen. Das spielt Erfolg für die Anforderungen der Vorgesetzten an die Führungskräfte eine zentrale Rolle. 

Beispiele dafür sind:

  • Teamleiter, die Angestellte bei der Arbeit im Tagesgeschäft oder in Projekten beraten, anleiten und kontrollieren
  • Leiter einer Abteilung, welcher Abläufe in der Abteilung kalkuliert, plant, steuert und auswertet
  • Niederlassungsleiter, welcher Geschäftsvorhaben erhält, mit Angestellten in Schlüsselpositionen abstimmt, Maßnahmen ergreift und Daten auswertet
  • Industriemeister, welcher die Qualität, Abläufe und Sicherheit im Unternehmen überwacht, die Ausbildung gestaltet und zwischen Angestellten und Management vermittelt.

Anforderungen der Mitarbeiter an Führungskräfte

In der Gallup-Studie sind wichtige Anforderungen der Führungskräfte aus Perspektive der Mitarbeiter hervorgegangen. So erwarten Mitarbeiter bzw. Angestellte von Vorgesetzten, dass diese:

  • Betriebsklima und Zufriedenheit verbessern,
  • passende Arbeitnehmer auswählen,
  • Verantwortung auch abgeben,
  • Mitarbeiter wertschätzen,
  • Tätigkeit sinnstiftend gestalten,
  • fair und respektvoll agieren und
  • mit gutem Beispiel vorangehen.

7 Tipps auf dem Weg zur Führungskraft

Wie werde ich eine gute Führungskraft? Zwischen Vorgesetzten und Angestellten zu vermitteln und darüber hinaus auch noch alle zufriedenstellen - das ist nicht einfach und gelingt nicht immer. 

Mit den nötigen Basics, Kompetenz und ein paar Tipps gelingt es, die Weichen zu stellen und Erfahrungen auf dem Weg zum eigenen Führungsstil zu sammeln.

1. Lernen, analysieren und eingliedern

Willkommen im Unternehmen: Der erste Tag als Führungskraft stellt Dich besonders bei einem neuen Arbeitgeber vor die Aufgaben, alle Abläufe genauestens zu erfassen. Wenn Du im Unternehmen aufsteigst, in dem Du schon seit Jahren tätig bist, kannst du dich an den folgenden Punkten bereits beweisen und dazulernen:

Menschen und Rollen: Wer macht was und auf welche Art? Wie sind Menschen veranlagt und was für “Typen” sind es. 

Abläufe und Methoden: Welche Aufgaben sind in dem Beruf Grundlage? Welche theoretischen und praktischen Fähigkeiten muss man als Führungskraft einfach perfekt beherrschen?

Du wirst das Unternehmen oder die Abteilung nicht komplett umkrempeln, vor allem nicht in den ersten Monaten. Wichtig ist es dabei also, die individuellen Abläufe im Unternehmen zu verstehen und sich diese anzueignen. Das gilt von Strukturen bis zu Computerprogrammen. Mitarbeiter in Schlüsselpositionen sowie ältere Angestellte können dabei eine große Hilfe sein.

2. Motivieren und delegieren

Mit der neuen Führungsposition kommen neue Aufgaben einher. Zögerr also nicht, Aufgaben der alten Stellenbeschreibung an Angestellte abzugeben. Auch Aufgaben mit Verantwortung dürfen dabei sein. Das motiviert und steigert die Zufriedenheit der Mitarbeiter.

Motivation ist ein wichtiger Faktor, um die Produktivität zu erhöhen. Achte auch darauf, einzelne Mitarbeiter nicht mit Aufgaben zu überfordern, also Aufgaben nach den individuellen Fähigkeiten zu verteilen und dabei auch eine gewisse Förderung der Mitarbeiterkompetenz voranzutreiben.

3. Kommunikation

Viele Fehler entstehen aus einem Mangel an Kommunikation. Missverständnisse können Probleme hervorrufen, die Qualität der Arbeit verringern und sogar als Ausreden für schlechte Leistungen genutzt werden. Die zielführende Kommunikation mit allen verfügbaren Mitteln so verständlich wie möglich zu gestalten, ist darum ein wichtiges Handwerkszeug der Führungskräfte - sowohl intern als auch extern.

4. Mitarbeiterbindung

Wie lange Mitarbeiter effektiv sind, beeinflusst Du in deiner neuen Rolle. Erkennene die Mitarbeiter als eine Gruppe mit individuellen Bedürfnissen und versuche dabei, auf Wünsche der einzelnen einzugehen, ohne andere zu sehr zu benachteiligen. 

Setze dafür auch Wünsche der Mitarbeiter gegenüber der Geschäftsführung durch und kommuniziere diese Erfolge - seien diese beispielsweise Zugeständnisse bei Gehaltserhöhungen, Urlaub, Mitarbeiterboni oder optionale Stunden im Homeoffice.

5. Vermitteln und durchsetzen

Als Führungskräfte findest Du diplomatische Lösungen und mit Eigeninitiative einen Weg, der sowohl die Vorgesetzten als auch die Mitarbeiter zufriedenstellt. Nutze beispielsweise bei der Zielsetzung für Projekte oder Erfolgszahlen auch die Perspektiven erfahrener Angestellter. 

Dafür verstehen Sie die Argumente der Seiten und vermitteln diese verständlich. Dadurch passen Führungskräfte Erwartungen an, aber ermöglichen auch ein zielführendes Arbeiten im Unternehmen. Machen Sie sich auch darauf gefasst, die Vorstellung der Geschäftsführung deutlich durchzusetzen.

6. Konstruktive Feedbacks

Positives und vor allem konstruktives Feedback sind ein wichtiges Werkzeug zur Optimierung der Arbeitsweise und auch der bereits angesprochenen Motivation. Mit Räumen der Verbesserung entwickeln sich alle im Unternehmen. Versuchen Sie, Feedbacks wo möglich positiv zu gestalten und so das Arbeits- und Unternehmensklima zu verbessern.

7. Eigenständig weiterentwickeln

Zu Ihrem Tätigkeitsfeld gehört auch, dass Du eigenständig Lösungen für Aufgaben und Möglichkeiten der Optimierung finden. Dabei lernst Du stets dazu, informiere dich über aktuelle Entwicklungen, den Markt, Mitbewerber und angebundene Branchen.